Kollegiale Beratung / Supervision als Prävention zur Systemabsorption

Warum man sich als Beratender nicht vom Kund:innensystem überrumpeln lasse darf

Berater sind deswegen besonders wertvoll, weil sie sich noch nicht an das Kund:innensystem angepasst haben und daher Schwachstellen sehen, die den Menschen, die schon mehrere Jahre in der Organisation tätig sind verborgen bleiben.
Nun läuft man als Berater eventuell Gefahr, sich auch dem System der Kund:innen anzupassen, gerade wenn sich ein Projekt über einen längeren Zeitraum erstreckt.

Supervision und kollegiale Beratung als Prävention zur Systemabsorption

Diese beiden Methoden Supervision und kollegiale Beratung helfen dabei, den unvoreingenommenen „Beraterblick“ aufrecht zu halten und wichtige Impulse für die Organisation zu liefern.
Im Ablauf unterscheiden sich beide Methoden kaum voneinander. Kollegiale Beratung eignet sich sehr gut, wenn es sich um einen konkret zu lösenden Fall handelt, während es bei der Supervision eher darum geht einen allgemeinen Zeitraum zu reflektieren, um stetige Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Ablauf von kollegialer Beratung bzw. Supervision

Zunächst muss man einige Rollen festlegen, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist:

  • Moderator/Zeitwächter
  • Fallgeber
  • Beratende
  • Ggf. Sekretär (um Lösungsvorschläge auch definitiv schriftlich festzuhalten)
  1. Der Fallgeber strukturiert seine Gedanken, um den Fall im Anschluss strukturiert darzustellen und eine klare Erwartung (Ziel) an die Beratenden zu formulieren, welches Problem gelöst werden soll. Die Beratenden schweigen.
  2. Der Fallgeber schildert strukturiert den Fall. Die Beratenden hören ausschließlich zu.
  3. Die Beratenden stellen inhaltliche Rückfragen. Eventuell einigt man sich auch auf eine Methode, wie z.B. Hypothesenbildung, um das dargestellte Problem zu lösen.
  4. Beratung durch die Beratenden. Visuell werden beide Parteien voneinander getrennt, um jeden Lösungsvorschlag zunächst gleichwertig wahrzunehmen. Der Fallgeber hört ausschließlich zu.
  5. Der Fallgeber kann die Beratung für sich sortieren und bewerten.
Nützliche Zusatztipps:

Es macht Sinn als Moderator jemanden einzusetzen, der schon etwas Erfahrung mit der Methode oder vergleichbaren Methoden hat, damit ein wirklich produktiver Austausch gewährleistet wird. Außerdem darf die Besetzung der Beratenden gern sehr divers sein, damit man möglichst viele unterschiedliche Perspektiven auf das Probleme entstehen.

In der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast stellen die Kurswechsler:innen Alina Meyerdiercks und Frank Wulfes diese Methoden vor und geben interessante Einblicke in die direkte Berater:innenpraxis.

Wir wünschen viel Spaß beim Hören und viele neue Erkenntnisse!

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 Shownotes

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