Design Thinking

Design Thinking – ein Ausflug ins Ungewisse

Ein Erfahrungsbericht von Marvin Lollo

Wir haben uns verzaubern lassen. Womit? Lest bis zum Ende!

Es ist der 29. August 2019. 09.45 Uhr und siehe da, der Kaffee ist schon serviert. Wem ich heute alles begegnen werde und wie produktiv wir am Ende sein werden, das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Eins ist klar, es wird nicht nur ein heißer Tag, sondern auch ein erhellender.

Zu Beginn wurde uns verdeutlicht, dass wir womöglich an unsere Grenzen kommen werden. Dem Stimme ich im Nachgang zu – jedoch im positiven Sinne. Design Thinking ist nun mal eine Challenge, in der man so einige Phasen im Team durchquert, bis man merkt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Zunächst lernen wir uns als Wegbegleiter*innen kennen, indem wir uns gegenseitig vorstellen. Dass wir uns an dem Tag kreativ ausleben werden, wird schon zu Beginn deutlich, da wir nicht nur unser aktuelles Tun beschreiben, sondern ebenfalls ein Sketchportrait von uns zeichnen.

Im Problemraum

Nun zum Eingemachten – das Problem. Unsere Challenge beginnt mit der Frage: Wie können wir den Onboarding-Prozess für neue Kolleg*innen zukünftig effizienter und wertschätzender gestalten?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir erstmal einen Konsens über die Frage herstellen. Das bedeutet wiederum, dass wir uns in unserem kleinen Team näher kennenlernen müssen. Durch den interessanten Austausch über Ansichten und Erfahrungswissen können wir direkt so einige Probleme festhalten, die im Onboarding-Prozess auftauchen. Brainstorming – soweit so gut – schon öfters angewendet – jedoch noch nicht ausreichend.

Zur Bewusstseinserweiterung werden wir out of the box geschickt. Wir führen in der zweiten Phase Interviews mit wildfremden Personen, rund um den Schuppen 1 herum, durch. Wie aufregend das ist, erfahre ich am eigenen Leib. Es geht darum, die wahren Bedürfnisse kennenzulernen und diese mit unseren Ansichten zu kombinieren. Dafür wird in Rollen rotiert. Wir beobachten, interviewen, zeichnen Portraits und sind erstaunt über die vielfältigen Informationen, die wir erhalten.

Zurück im Raum begegnen wir dem Point of View. Wir bündeln unsere Erkenntnisse und siehe da, die Persona Max Menschlich entsteht. Alle wichtigen Erkenntnisse sind zusammengefasst in einer Person. Max Menschlich möchte kein kleines Licht mehr sein, er möchte sich bereits im Berufseinstieg nach seinem Wirtschaftsinformatik-Studium authentisch einbringen können. Um dies tun zu können, möchte er seine Unsicherheit ablegen. Dafür braucht er Unterstützung. Max Menschlich benötigt also menschliches Interesse, um aus dem metaphorischen Labyrinth seinen eigenen selbstgestalteten Garten zu erschaffen und wir helfen ihm dabei. In Metaphern zu denken ist nicht so einfach, doch nach einem enormen Zuckerkonsum durch Süßigkeiten, steigt unsere Konzentration und wir befinden uns am kreativen Höhepunkt. Ob das anstrengend ist? Na klar, aber mit dem Ergebnis sind wir zufrieden.

Im Lösungsraum

Jetzt haben wir das Problem konkretisiert, doch wie kommen wir zu Lösungen? Natürlich indem wir malen. Okay, das klingt jetzt etwas zynisch, jedoch war es so. Jede Person malt zahlreiche Lösungen auf sticky notes, die wir zusammentragen und die uns regelrecht verzaubern lassen. Daraus entwickeln wir einen Prototypen mit zahlreichen Gadgets, wie Knete, Figuren, Zauberstab, etc. und siehe da, es ist eine Fee. Eine Fee als Lösung? Ja genau! Sie hat ein besonders großes Ohr und einen kaputten Kompass. Sie ist für Max Menschlich da, und befähigt ihn dazu, seinen eigenen Weg zu finden, wenn es sein soll sogar durch Trail and Error. Daraufhin testen wir unseren Prototypen erstmals, indem wir ihn den anderen Gruppen vorstellen.

Wie übertragen wir die Lösung nun? Denkt doch einmal selbst darüber nach – wer könnte diese Fee sein und was könnte sie tun, um Max Menschlich in seiner Findungsphase zu begleiten? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – vor allem nicht im Design Thinking-Prozess. Macht euch auf den Weg und sucht eure eigenen Lösungen. Dafür kann ich das Methodentraining definitiv empfehlen. Das Ungewisse kann halt doch greifbar sein.

Es ist nun vollbracht. Wir haben dem ständigen Zeitdruck getrotzt und sind stolz auf das Ergebnis. Ich bedanke mich für den Ausflug ins Ungewisse und möchte dem auch wieder begegnen. Design Thinking – welch ein kreatives Bollwerk. Heute schlafe ich wie ein Baby.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.